Schwarzer Pfeffer

Piper nigrum
Beweislage: Stark
Schwarzer Pfeffer enthält Piperin, ein Alkaloid, das die Bioverfügbarkeit verschiedener Verbindungen erhöht und insbesondere Curcumin verstärkt und aktiviert. Es regt die Aktivität von Verdauungsenzymen und die Magensäuresekretion an und verbessert dadurch die allgemeine Verdauung und Nährstoffaufnahme.
Zu diesem Inhaltsstoff liegen 2087 von Fachleuten begutachtete wissenschaftliche Studien vor.
Ausgewählte Studie:
Shoba, G., Joy, D., Joseph, T., Majeed, M., Rajendran, R. & Srinivas, PS (1998). Einfluss von Piperin auf die Pharmakokinetik von Curcumin bei Tieren und menschlichen Freiwilligen. Planta Medica, 64(4), 353–356. https://doi.org/10.1055/s-2006-957450
Zusammenfassung der Studie:
Studientyp: Prospektive, offene Cross-over-Studie mit Einzeldosisgabe an acht gesunden erwachsenen Probanden (sowie ein paralleles Rattenexperiment) zur Untersuchung, ob 20 mg Piperin (Schwarzpfefferextrakt) die Verteilung von 2 g oral verabreichtem Curcumin beeinflussen. Jeder Proband erhielt zunächst Curcumin allein und nach einer Auswaschphase Curcumin + Piperin. Über sechs Stunden wurden wiederholt Blutproben entnommen.
Beobachtete Vorteile:
Curcumin allein führte zu kaum nachweisbaren Plasmaspiegeln. Bei gleichzeitiger Gabe von Piperin stieg die maximale Serumkonzentration (C<sub>max</sub>) jedoch um ca. 2000 % und die Gesamtexposition (AUC<sub>₀–₁h</sub>) erhöhte sich beim Menschen um mehr als das Zwanzigfache; bei Ratten zeigte sich ein Anstieg der AUC um 154 %. Der Anstieg war innerhalb von 15 Minuten nachweisbar und hielt ca. 2 Stunden an.
Wirkungsmechanismen:
Die Autoren führten den Anstieg auf die Hemmung der intestinalen und hepatischen UDP-Glucuronyltransferase sowie der P-Glykoprotein-Effluxpumpen durch Piperin zurück. Dies verlangsamt die Curcumin-Konjugation und den -Export, während gleichzeitig die Darmpermeabilität und die lokale Durchblutung erhöht werden. Spätere pharmakologische Übersichtsarbeiten bestätigen diese enzym- und transporterblockierenden Effekte und beschreiben Piperin als „universellen Bio-Enhancer“.
Nebenwirkungen:
Bei den getesteten Dosen (20 mg Piperin + 2 g Curcumin) wurden keine Veränderungen der Vitalzeichen oder der Laborsicherheitsparameter und keine unerwünschten Ereignisse berichtet.
Beweiskraft:
Obwohl die Humanstudie nur acht Probanden umfasste und keine Verblindung vorlag, liefern das Cross-over-Design, die objektiven pharmakokinetischen Endpunkte und die übereinstimmenden Tierdaten einen robusten mechanistischen Proof-of-Concept dafür, dass Piperin die Curcumin-Absorption deutlich steigern kann. Dieser Befund wurde wiederholt zitiert und bildet die Grundlage für viele kommerzielle Kurkuma-Pfeffer-Produkte. Dennoch sind größere randomisierte Studien erforderlich, um zu bestätigen, ob die pharmakokinetische Verbesserung zu besseren klinischen Ergebnissen führt und um die Langzeitsicherheit bei täglicher Einnahme von Piperin in Kombination mit anderen Medikamenten zu klären.